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NEUE Filmstills sind jetzt online! NEW filmstills are now online!
Zu jeder der acht Szenen befinden sich nun neue Filmstills online. Einfach unter "Fotos" nachsehen.
To each of the eight scenes you can find new filmstills now online. Just look it up!


Anemonis – from then to now

Manchmal passiert es, dass aus kleinen Dinge große werden – ohne, dass mensch es beabsichtigt hat. Und in etwa genauso verhält es sich mit Anemonis. Was am Institut für Germanistik an der Universität Wien im Wintersemester 2004/2005 bei Frau Doktor Susanne Hochreiter (welche sich ihrer motivierenden Funktion vermutlich gar nicht richtig bewusst ist ...) als Uni-Projekt seinen Anfang genommen hat, ist im Laufe der Monate zu einem selbstständigen Spielfilm herangewachsen. Ohne jeglicher finanzieller Unterstützung oder SponsorInnen. Ohne Mithilfe im Filmbereich tätiger Menschen. Sondern zum überwiegenden Großteil mit Schauspiel-Laien besetzt, mit lediglich natürlichem Licht gearbeitet und mit einer ganz normalen Home-Kamera gedreht – das ist das Großwerden dieses NO-Budget-Films mit (ohne Mitberechnung der Kosten für das Kameraequipment) fast null Euro Produktionskosten.

Wenn mensch in der heutigen Zeit den Fernseher aufdreht oder sich dazu entschließt, sich einen schönen Abend im Kino zu machen, dann sind es oftmals Filme im Hollywood-Style (oder direkt made in Hollywood), riesige Big-Budget-Produktionen auf höchstem technischen Level, welche einem präsentiert werden. Doch hinter all dieser Kommerz-Maschinerie gibt es auch immer wieder Filme, vor allem im europäischen Bereich, die weg gehen von dieser strikten Technisierung und Mainstream-Produktions-Schiene und wahrlich versuchen, eines zu erreichen: die Verbreitung der Kunst.

Anemonis ist kein Spielfilm im herkömmlichen Sinn. Sie ist etwas mehr als 71 Minuten lang. Das ja. Aber sie besteht aus acht kurzen Szenen, welche sich alle mit einem beschäftigen: queeren Lebensweisen. Und das auf sehr vielfältige und zum Teil wahrlich abstrakte Art und Weise. Demnach lässt sich Anemonis eines nicht: einordnen in eine Schublade, die so nie vorgesehen war. Anemonis ist ein Film in acht Szenen. Nicht wirklich im Dogma-Style, dafür mit etwas mehr als einer Brise Avantgardismus. So wie die Filmproduktion gewesen ist, so ist auch das Produkt: unglaublich offen.

In Anemonis steht die Vielfalt der Lebensweisen im Vordergrund. Der sich durch den Film ziehende Faden, das ist die Queerness. Dezidiert. An erster Stelle. Dicht gefolgt, bis auf eine Ausnahme, von der Liebe. Unbestreitbar. Und das Nicht-Auskommen aus Schablonen, Kategorien, einer (heterosexuellen) Welt, die dazu neigt, den Schein mit dem Sein zu verwechseln. Und wenn sich Anemonis auch nicht definieren lässt, so ist dennoch eines klar: Anemonis ist keine Komödie. Und als solche auch nie geplant gewesen.

Während sich andere in ihren Filmen mit Vorliebe der Technik zuwenden und Jahre in die Post-Produktion investieren, steht bei Anemonis das Drehbuch im Vordergrund. Das Drehbuch und die Themen. Eine untrennbare Einheit. Neben der Travestie und der Homosexualität in Bezug auf unterschiedliche Schwerpunkte (Islam, Coming out, Homo-Ehe), sind in Anemonis auch die Bisexualität, die TransGender-Problematik und die Heterosexualität sowie die Liebe über Altersgrenzen hinweg zum Thema gemacht geworden. Und um dem Ganzen noch eine besonderere Note zu verpassen, kamen im Verlauf der Dreharbeiten noch die Sodomie und die Asexualität hinzu. Im Allgemeinen habe ich das Drehbuch innerhalb weniger Stunden ohne Plot geschrieben. Wie ich dazu neige, mich einfach an den Computer zu setzen und zu schreiben. Ohne Vorgabe. Ohne Intention. (nur mit jener, und das nicht zwingend nur bei diesem Projekt, nämlich mich voll und ganz der so called Queerness zu verschreiben) Und das Ergebnis ist in diesem Fall Anemonis.

Es ist für mich das erste Mal, dass ich nicht nur als Drehbuchautorin und Regisseurin eines Spielfilms, sondern gleichzeitig auch als Kamerafrau, Produzentin und Cutterin in Erscheinung trete. Aufgabenbereiche, die mir die ein oder andere Hürde im Verlauf der letzten Monate in den Weg gestellt haben und es weiterhin vermutlich nicht minder tun werden. SchauspielerInnen kamen und gingen, Szenen wurden geändert, gekürzt, verlängert oder neu hinzugeschrieben (primär in Nachtarbeit meinerseits) und Kontakte zu Filmleuten sind oftmals schneller zu Nicht-Kontakten geworden, als dass ich sie zuvor aufgebaut habe.

Und wenn demnach Anemonis eines ist, dann ist sie eine Kämpferin. Eine Revolutionärin. Eine, die aus dem Nichts entstanden ist und ihren Weg furchtlos weiter gehen wird. In Richtung Kinoleinwand, Festivalleinwand und Fernseher ihrer ZuseherInnen. Und dieses Potential ist es auch, welches nicht nur ich immer wieder aufbringen werde, um queere Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. Und das aus und mit größter Leidenschaft und Hingabe. Sowie mit dem Wissen, es nicht nur den Themen, sondern auch den eigenen Träumen schuldig zu sein, nie aufzuhören, für Gleichheit und Akzeptanz zu kämpfen. Für alle.

Auf dass Anemonis ihr Ziel erreichen wird!

Im Namen aller, vor allem im Namen Anemonis
Monja Art