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Anemonis – from then to now

Manchmal passiert es, dass aus kleinen Dinge große werden – ohne, dass man es beabsichtigt hat. Und in etwa genauso verhält es sich mit Anemonis. Was am Institut für Germanistik an der Universität Wien im Wintersemester 2004/2005 bei Frau Doktor Susanne Hochreiter (welche sich ihrer motivierenden Funktion vermutlich gar nicht richtig bewusst ist ...) als Uni-Projekt seinen Anfang genommen hat, ist im Laufe der Monate zu einem selbstständigen Spielfilm herangewachsen. Ohne jeglicher finanzieller Unterstützung oder SponsorInnen. Ohne Mithilfe im Filmbereich tätiger Menschen. Sondern zum überwiegenden Großteil mit Laien-DarstellerInnen besetzt, mit lediglich natürlichem Licht gearbeitet und mit einer ganz normalen Home-Kamera gedreht – das ist das Großwerden dieses NO-Budget-Films.

Anemonis ist kein Spielfilm im herkömmlichen Sinn. Der Film ist etwas mehr als 71 Minuten lang. Das ja. Aber er besteht aus acht kurzen Szenen, welche sich alle mit einem beschäftigen: queeren Lebensweisen. Und das auf sehr vielfältige und zum Teil sehr abstrakte Art und Weise. Demnach lässt sich Anemonis eines nicht: einordnen in eine Schublade, die so nie vorgesehen war. Anemonis ist ein Film in acht Szenen. Nicht wirklich im Dogma-Style, dafür mit etwas mehr als einer Brise Avantgardismus. So wie die Filmproduktion gewesen ist, so ist auch der Film selbst: unglaublich offen.

In Anemonis steht die Vielfalt der Lebensweisen im Vordergrund. Der sich durch den Film ziehende Faden, das ist die Queerness. Dicht gefolgt, bis auf eine Ausnahme, von der Liebe.

Es ist für mich das erste Mal, dass ich nicht nur als Drehbuchautorin und Regisseurin eines Spielfilms, sondern gleichzeitig auch als Kamerafrau, Produzentin und Cutterin in Erscheinung trete. Aufgabenbereiche, die mir die ein oder andere Hürde im Verlauf der letzten Monate in den Weg gestellt haben und es weiterhin vermutlich nicht minder tun werden. SchauspielerInnen kamen und gingen, Szenen wurden geändert, gekürzt, verlängert oder neu hinzugeschrieben (primär in Nachtarbeit meinerseits) und Kontakte zu Filmleuten sind oftmals schneller zu Nicht-Kontakten geworden, als dass ich sie zuvor aufgebaut habe.

Und wenn demnach Anemonis eines ist, dann ist sie eine Kämpferin. Eine Revolutionärin. Eine, die aus dem Nichts entstanden ist und ihren Weg furchtlos weiter gehen wird. Und dieses Potential ist es auch, welches nicht nur ich immer wieder aufbringen werde, um queere Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. Und das aus und mit größter Leidenschaft und Hingabe. Sowie mit dem Wissen, es nicht nur den Themen, sondern auch den eigenen Träumen schuldig zu sein, nie aufzuhören, für Gleichheit und Akzeptanz zu kämpfen. Für alle.

Auf dass Anemonis ihr Ziel erreichen wird!

Im Namen aller, vor allem im Namen Anemonis
Monja Art